„Russland droht die Rückkehr der Schlabberunterhose“

16.09.2014 08:06

Spitzenunterwäsche

Gesetzliche Verordnung zur Schlabberunterhose

Ein Gesetz, das vorschreibt, welche Unterwäsche man tragen muss. Gibt es nicht, meinen Sie? Dann sollten Sie einen Blick nach Russland, Weißrussland und Kasachstan werfen. Denn dort gilt seit dem 1. Juli ein Importverbot sowie ein Verbot für den Vertrieb von Spitzenunterwäsche. Aufgebrachte Frauen haben bei entsprechenden Demonstrationen bereits deutlich gezeigt, was sie davon halten.

Was zu wenig Baumwolle-Anteil hat, ist nicht erlaubt

Damit genau geregelt ist, welche Unterwäsche unter das Einfuhr- und Handelsverbot fällt, haben die Landesregierungen von Kasachstan, Russland und Weißrussland beschlossen, dass alle Wäschestücke, die unter 6 Prozent Baumwollanteil besitzen, davon betroffen sind. Vorbei ist es daher mit seidig weichen Negligés oder Satin-Spitzendessous.

Welche Auswirkungen dieses Gesetz auf die Unterwäsche-Läden hat, lässt sich mit den Importzahlen leicht erkennen: In Russland wird z.B. rund 80 Prozent der gekauften Wäsche importiert. Insgesamt betrifft das Verbot rund 90 Prozent aller in den Läden erhältlichen Produkte. 

Vehemente Proteste der Käufer

Bereits seit der ersten Bekanntgabe des Gesetzes gibt es in allen drei Ländern lautstarke Proteste. Verständlich, immerhin haben die Menschen hier schon seit Längerem die schlabbrigen Exemplare der Sowjetzeit abgelegt und durften sich stattdessen an den exklusiven Stücken von Victoria's Secret und Co. erfreuen.

In Kasachstan gingen im Februar die Proteste sogar so weit, dass 30 Demonstrantinnen kurzzeitig verhaftet wurden. Sie hatten sich Spitzenunterwäsche über den Kopf gestülpt und lauthals die Parole "Freiheit für die Unterhose!" skandiert.

Regierung: Alles nur zur Gesundheitsvorsorge

Die Regierungen der betroffenen Länder begründen die Maßnahme mit einer gesundheitlichen Vorsorge. Danach würde Unterwäsche mit einem sehr hohen Synthetikanteil die Haut am Atmen hindern. Hautirritationen und Pickel wären die Folge. Für die meisten ist dies jedoch nur eine Ausrede, damit die Regierung die Marktregulierung weiter ausbauen kann.

Eine erfolgreiche Verbannung der feinen Spitzenunterwäsche dürfte jedoch unwahrscheinlich sein. Viele Frauen haben bereits deutlich gemacht, einfach auf ausländische Märkte auszuweichen. Das zeigt einmal mehr die Lächerlichkeit dieses neuen Gesetzes.

Quellenangabe/Bild: © Otto Wenninger / pixelio.de http://www.pixelio.de


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